Wie man hier rauslesen kann, schiebe ich auch oft Panik.
Aber was Schweini sagt, stimmt 100%. Diese selbsterfüllenden Prophezeiungen funktionieren tatsächlich. Wenn Du an Magengeschwüre denkst, wirst Du sie auch bekommen.
Die gute Nachricht: das funktioniert auch in die andere, positive Richtung. Du solltest wirklich mal eine Therapie in Erwägung ziehen um für Dich eine Möglichkeit des Umgangs mit Hpv zu finden. Und das gute an Hpv ist ja, dass Dein Immunsystem es irgendwann beseitigt, davon bin ich überzeugt.
Stell Dir einen Slalomläufer vor, der vor dem Start denkt:
Ich könnte einen Stock verlieren, gleich beim Start. Das dritte Tor ist schwierig, da könnte ich einfädeln. Und ich hab solche Angst im Steilhang zu verkanten und zu stürzen... Meine Schi sind denk ich auch nicht optimal...
Welchen Lauf wird der haben im Gegensatz zu einem Läufer, der den Sieg visualisiert? Der sich auf den Lauf freut, Einfach sein bestes gibt?
Die Einstellung macht viel aus. Meine Mutter hatte Krebs und die Prognose lautete 6 Monate. Sie hat dennoch noch 7 Jahre gelebt. Weil Sie Leben wollte. Wegen Hpv ist Dein Leben nicht ruiniert, aber wegen Deinem Umgang damit. Lebe gesund, lache, genieße Dein Leben und alles wird gut. Du wirst sehen, es funktioniert.
Und jetzt off-Tonic, zwecks der Freude:
Darf ich Euch Karuso vorstellen, den Kater von Weihnachten:
@MyDoom Ich kann verstehen, dass Du durch die Infektion ein bisschen paranoid geworden bist, ich denke zur Zeit auch - da ich aufgrund einiger Fortschritte irgendwie hoffe, dass es bald vorbei sein wird - oft darüber nach, wann ich mir selbst "freigeben" werde, wann ich meine Mumu wieder mit der bloßen Hand und ohne Handschuh waschen werde, wann ich mich trauen werde, wieder Sex zu haben, in die Sauna zu gehen, schwimmen zu gehen ... Und oft bekomme ich dann auch Panik und denke: Oh Gott, bei jedem kleinen Huckel werde ich wieder ausrasten. Meine FA hat gesagt, wenn nichts mehr zu sehen ist und das über einen Monat so bleibt, soll man die Dinger aus dem Kopf streichen. Siemeint, dass man sich im Leben immer wieder mit irgendeiner Sache anstecken kann und dass der Mensch im Prinzip nie ganz gesund ist, sondern das Immunsystem sich ständig in Auseinandersetzung (mit Keimen, Viren, nem Splitter im Fuß, Essen im Magen...) befindet und Abwehr- und Entzündungsprozesse laufen. Gesundheit ist eine Fiktion, oder besser: Gesundheit ist der Zustand, in dem wir uns subjektiv wohl befinden und nicht/kaum beeinträchtigt fühlen. Ergo: es hat viel mit uns selbst zu tun. Ich für meinen Teil nehme mir in den klaren, rationalen Momenten vor, noch eine Zweitmeinung einzuholen, wenn meine FA nichts mehr sehen kann, eine Schonfrist von vier Wochen einzuhalten und dann möglichst abzuschalten. (Klar weiß ich noch nicht, ob ich dann so cool sein werde, ich bin ja noch nicht so weit.)
Mir hilft in Krisen immer, mir mal ganz konkret das Worst-case-Szenario auszumalen. Und mir dann klarzumachen, dass ich das überleben würde, dass das schaffbar, handlebar ist. Mein Freund hat während eines meiner "Oh-Gott-mein-Leben-ist-verkorkst-ich-habe-Feigwarzen-und-das-bestimmt-jahrelang"-Heulanfälle ganz ruhig gesagt: "Erstens wird es nicht ewig dauern und zweitens haben wir zur Not dann eben ein Jahr keinen Sex, wir sind doch beide erwachsen, wo liegt denn das große Problem? Das überleben wir doch." Was wäre Dein Worst-case-Szenario? Dass Du nach ein, zwei Jahren hörst, dass die Frau, mit der Du zusammenbist, Condylome oder nen schlechten PAP-Abstrich hat, oder? Wenn Du aber seit mehreren Wochen keine sichtbaren Warzen mehr hast und ein Abstrich von mehreren Stellen beim Urologen negativ bleibt, dann bist Du weniger gefährlich für die Frau als jeder Hautkontakt mit einer öffentlichen Toilette oder ein Besuch im Dampfbad. Das musst Du Dir einfach klarmachen. Du birgst dann nicht das große Risiko.
Wenn Du es gar nicht aus Deinem Kopf rausbekommst und insgesamt viel über Krankheiten nachdenkst, solltest Du Dir ne Therapie suchen. Ich war im Dezember auch so weit. Sprich auf jeden Fall mit Deiner Freundin, dann fällt Dir doch der Stein vom Herzen, den Du jetzt die ganze Zeit mit Dir rumträgst. Solange Du es nicht sagst, entmündigst Du die Frau ein Stück weit, die über sich, die Beziehung zu Dir und Ihren Körper ja doch selbst entscheiden können sollte. Du trägst nicht die Verantwortung für alle. Du verhältst Dich verantwortungsbewusst, indem du ihr von Deiner (aus medizinischer Sicht: vergangenen) Infektion berichtest und Dich regelmäßig einer ärztlichen Kontrolle unterziehst. Mehr ist erst einmal nicht notwendig. Vielleicht sagt sie dir, dass Du es schon längst hättest sagen sollen, damit sie sich impfen lassen kann. Vielleicht scheuert sie dir eine und rennt weg. Vielleicht erzählt sie Dir, dass sie schon vor 4 Jahren geimpft worden ist. Vielleicht sagt sie, dass sie einmal Condylome des selben Typs hatte und daher Antikörper hat. Vielleicht zieht sie sich eine Woche zur Recherche zurück und erklärt dir dann, dass sie vor dem Hintergrund dieses carrageenhaltigem Gleitgels gar kein Hindernis sieht, intim zu werden. Vielleicht erzählt sie Dir, dass sie bereits einen unheilbaren Krebs hat und ihr Condylome herzlich wurst sind (hoffe ich natürlich nicht, das mit dem Tumor). Vielleicht erzählt sie Dir, dass sie durch einen seltenen Gendefekt gar keine Mumu hat. Ich meine nur: Wer weiß? Sprich es einfach aus, es wird Dir besser gehen. Viele Grüße Hedda
P.S.: Wegen der Magenschleimhaut - schon mal was von Kombucha gehört? Soll gegen verschiedene Bakterien wirksam und insgesamt furchtbar gesund für das Immunsystem sein. In Vorderasien und Russland mehrere hundert Jahre lang das Hausmittel schlechthin. Schulmedizinisch ist die Wirksamkeit nicht ganz common sense, wobei es schon Studien gibt, die Nachweise der Wirksamkeit führen. http://www.sciencedirect.com/science/art...023643897903546 Mir hat es jedenfalls gereicht, um einen anzuschaffen, als ich meine Ernährung nach der Diagnose - "Ich kämpfe an allen Fronten gegen die fiesen Feigwarzen!" - umgestellt habe. Wenn Du Interesse hast, schick mir per PN ne Adresse, dann schick ich Dir nen Ableger und ne Anleitung.
ich denke, Du schaffst es im Moment einfach nicht die nötige Gelassenheit zu bekommen. Die wird aber notwendig sein. Feigwarzen sind nervig, hartnäckig und belastend... aber mit viel Geduld und Konsequenz behandelbar.
Ich denke, Du solltest Dir dringend für Deine Seele guten Beistand suchen. Ich habe mittlerweile schon in vielen Fällen gelesen, wie schlimm und belastend Feigwarzen für die Psyche sind. Bei Dir habe ich den Eindruck, dass es extrem schlimm ist. Ich glaube nicht, dass Du ohne fachmännische Hilfe aus dem Seelentief herauskommst. Vielleicht hilft zunächst einmal ein offenenes Gespräch mit Deinem Hausarzt, damit dieser weitere Schritt veranlassen kannst. Ansonsten solltest Du Dich wirklich direkt an einen guten Psychiater/Therapeuten wenden. Und das muss Dir keineswegs peinlich sein!
LG und gute Besserung Schweini
http://www.warzenschwein.bplaced.net - "Menschen mit einer neuen Idee gelten solange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat." (Mark Twain)
Ja und je mehr und öfter ich darüber nachdenke über diese Seuche, desto mehr verstehe ich, dass wir hier alle unser Leben versaut haben,
denn ein Leben lang müssen wir in Angst und Schrecken leben, das HPV wird bei jeder Kleinigkeit wieder ausbrechen, dann müssen wir immer Angst haben,
jemanden anzustecken, das schlechte Gewissen danach. Wir fühlen uns ekelhaft, verseucht und nicht gleichwertig wie Gesunde.
Hier kämpfen viele schon Jahrelang!!!!!
Stellt euch das doch mal vor!!
Jahrelang Schmerzen, nach Essig stinken, Entzündungen haben, und doch ist es nur ein Tropfen auf den heissen Stein, denn es gibt kein Heilmittel, dass den Virus abtötet.
deine Gefühle kann ich absolut nachvollziehen, mir ging's genauso. Gestern hatte ich meinen ersten Arbeitstag, nachdem ich drei Monate von der Firma freigestellt war, weil ich meinen Job nicht mehr machen konnte. Ich hab mir auch psychotherapeutische Hilfegeholt. Es geht hier schließlich darum, eine Krankheit ins tägliche Leben zu integrieren. Mit HPV geht einer besser um, ein anderer schlechter. Mir ging's damit sehr schlecht und ich seh hier nichts negatives wenn ich mir Hilfe hole, im Gegenteil.
Diese Gedanken, dass mein Leben ruiniert ist hatte ich auch, aber irgendwann akzeptierst Du, dass es jetzt so ist und behandelst eben konsequent. Und es wird Dich nicht Dein ganzes Leben verfolgen. Gestern hatte ich eine Bericht in der Zeitung gelesen. Ein österreichischer Profifussballer hat letzten November mit einem Böller hantiert und es hat ihm eine Hand abgerissen. Er hat geschrieben, er schaut nicht mehr zurück, sondern nach vorne. Er hat einen Fehler gemacht und muss jetzt damit Leben. Er muss das aber tätsächlich, wir werden wieder gesund. Er hat seine Hand verloren, einen Job, der ihm alles bedeutet hat und beginnt jetzt wieder bei Null. Seine Sichtweise hat mich sehr beeindruckt. Aber auch er hate Therapeuten, die ihn da unterstützt haben. Also denk mal darüber nach Dir Hilfe zu suchen. Dafür sind die Herrschaften da.
Es kann soviel im Leben passieren, was Dir ein Päckchen umschnallt... Unsere Situation ist halt ein Variante davon. All das jammern zieht Dich nur runter und trotz HPV kannst Du die Tage genießen wenn Du das zulässt. Wenn Du irgendwann wieder gesund bist, wirst Du bereuen, dass Du in der Zeit der Behandlung die Tage so sinnlos hast verstreichen lassen. Also nutze sie, genieße, lebe. Du bist krank, nicht tot. Und Du wirst wieder gesund.
Also, weg mit den grauslichen Gedanken, mach dir einen Kaffee und starte den Tag ganz bewusst mit positiven Gedanken: Ich werde wieder gesund. Das ist nur ein temporärer Zustand. Ich vertraue darauf, dass mein Körper diese Krankheit letztlich besiegt. Dabei werde ich ihn so gut ich kann unterstützen. Ich werde daraus gestärkt hervorgehen. ...
Kopf hoch!
Liebe Grüße, Doch
Du bekommst vom Leben eine Lektion so lange, bis Du sie gelernt hast.
ZitatJa und je mehr und öfter ich darüber nachdenke über diese Seuche, desto mehr verstehe ich, dass wir hier alle unser Leben versaut haben,
denn ein Leben lang müssen wir in Angst und Schrecken leben, das HPV wird bei jeder Kleinigkeit wieder ausbrechen, dann müssen wir immer Angst haben,
jemanden anzustecken, das schlechte Gewissen danach. Wir fühlen uns ekelhaft, verseucht und nicht gleichwertig wie Gesunde.
Hier kämpfen viele schon Jahrelang!!!!!
Stellt euch das doch mal vor!!
Jahrelang Schmerzen, nach Essig stinken, Entzündungen haben, und doch ist es nur ein Tropfen auf den heissen Stein, denn es gibt kein Heilmittel, dass den Virus abtötet.
Mal ganz ehrlich, ich hatte auch 1,5 Jahre lang FW und fühle mich überhaupt nicht so. Es gibt auch andere Möglichkeiten, was man selbst daraus macht. Es sind doch bloss Warzen. Auch die Behandlungen haben mich nicht mehr gestresst. Sie gehörten einfach zu meinem Alltag. Ich habe mein Leben genossen, trotz Warzen. Ich glaube, Schweini hat völlig recht. Du solltest dringend Unterstützung für Deine Psyche anfordern.
Hier empfehlen sehr viele Therapeuten, aber die werden auch nichts an der Tatsache ändern können. Ich glaube dogar wenn ein Psychologe über diese Feigwarzen erfährt wird er erst einmal selber seine Genitalien abchecken...
Zitat von MyDoomBLNHier empfehlen sehr viele Therapeuten, aber die werden auch nichts an der Tatsache ändern können.
Hallo MyDoom,
Therapeuten werden sicherlich nichts an der Tatsache ändern können, dass jemand Feigwarzen hat. Aber sie können ganz bestimmt dem Betroffenen helfen, besser mit ihnen klarzukommen, bis sie verschwunden sind. Oder zweifelst Du diesen Berufsstand jetzt generell an und hälst diese Fachleute für überflüssig?
ZitatIch glaube dogar wenn ein Psychologe über diese Feigwarzen erfährt wird er erst einmal selber seine Genitalien abchecken...
Das ist nicht auszuschließen. Aber ich verstehe nicht, was Du uns damit sagen willst..
LG Schweini
http://www.warzenschwein.bplaced.net - "Menschen mit einer neuen Idee gelten solange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat." (Mark Twain)
Das dich so beschäftigt tut mir erstmal leid. Ich habe selbst Depressionen, aber eher wegen Burnout und Druck auf der Arbeit. Ich kann dein Denken schon sehr nach empfinden. Ich hab vermutlich auch Feigwarzen, aber irgendwie stört mich das nicht so wirklich. Sieht halt nicht so schick aus, aber das ist es dann auch schon.
Wenn es dich einschränkt, dann such dir auf jeden fall Hilfe. Ein Therapeut ist nicht schlimm. Wir leben in einer Zeit in der es fast komisch ist, wenn man nie zum Therapeuten muss.