Ich (33, männlich) möchte euch hier erzählen, wie ich diese schrecklichen Feigwarzen besiegt habe.
Vorneweg: Das war eine der grössten psychischen Belastungen, die ich je erlebt habe. Es war für mich ausserordentlich schwer – wie es wohl für viele ist – damit umzugehen. Auch wenn ich rational wusste, dass das nicht so war, empfand ich mich ziemlich degradiert als Mensch.
Entsprechend habe ich ziemlich alles versucht, um die Dinger loszuwerden: - Am Anfang hatte ich um die 20, die ich weggelasert habe. Die sind jedoch innerhalb einer Woche zurückgekommen. - Dann habe ich’s mit Condyline versucht. Das hat zwar insofern gut funktioniert, indem eine Warze innerhalb von 3 Tagen verschwunden war. Eigentlich ausnahmslos. Allerdings kamen sie dann einfach wieder oder an anderer Stelle. - Dann habe ich auf Anraten des Dermatologen Condyline und Aldara zusammen probiert. Das Resultat war, dass meine Haut unglaublich gereizt resp. total offen, fast schon am Bluten, war. Ich habe Aldara insgesamt 16 Wochen gebraucht. Die Warzen sind zwar zumindest nicht mehr sichtbar gewesen (wahrscheinlich einfach, weil die Haut so unglaublich gereizt war), doch die Warzen kamen dann wieder sobald sich die Haut regeneriert hatte…
Da ich nicht mehr Aldara verwenden konnte (die Haut war einfach zu gereizt), bin ich zurück zum Lasern gegangen, dies aber systematischer und mit «begleitenden Massnahmen». Und so habe ich es schliesslich auch geschafft: - Wenn ich eine FW entdeckt habe, habe ich sofort einen Termin zum Lasern gemacht. Ich habe nämlich gemerkt, dass zumindest bei mir die Rezidivrate beim Lasern etwas kleiner war. Auf Condyline habe ich ab hier dann ganz verzichtet. - Ich habe dann auf Anraten meines Arztes eine Woche nach dem Lasern Aldara auf die Laserwunde getan und dann alle drei Tage für etwa 4 Wochen verwendet bis die Wunde etwas entzündet war. Das soll die Rezidivrate nach dem Lasern zusätzlich verringern. Ich habe auch online ein paar Studien gesehen, welche diese These bestätigt haben. - An den Nächten, wo ich nicht mit Aldara behandelt habe, habe ich Propolis-Salbe (10%) verwendet. Das soll einerseits antiviral wirken, anderseits war es auch gut für die Haut. - Tagsüber habe ich dann 3 – 4 x mit einer Sprühflasche kolloidales Silber (50 ppm) auf den Genitalbereich gesprüht. Die Wirkung kolloidales Silbers ist etwas umstritten, aber einige schwören darauf. Die Wirkung soll sein, dass die Silberpartikel das Wachstum des Virus verhindern und die Viren somit absterben. - Ich habe während des Heilungsprozesses ganz auf Alkohol verzichtet. Das war für mich persönlich ganz und gar nicht so einfach, widerspiegelte aber wohl meine Entschlossenheit, die Feigwarzen zu bekämpfen… Als Ersatz habe ich Ingwer-Tee und Ingwer-Getränke getrunken – so als starke Alternative:-) Da ich eine Zeitlang auch bei einem Heilpraktiker war, der mir homöopathische Mittel gegeben habe (hat aber nicht viel gebracht), habe ich auch auf Kaffee verzichtet. Ich glaube aber nicht, dass das notwendig war. - Beim Duschen habe ich Waschlotion statt normale Seife für den Genitalbereich verwendet. Zudem habe ich am Schluss immer kurz 10 Sekunden lang dort kalt geduscht, um die Durchblutung anzuregen. - Ich habe jeden Morgen 4 Tabletten AHCC genommen. Das ist ein Pilzextrakt, welches besonders wirksam gegen HPV sein soll. Erst 1,5h später habe ich etwas gegessen, damit der Körper sie verarbeiten kann. - Ich habe dann nach dem Frühstück multivitamin-Tabletten geschluckt. - Vor dem Mittagsessen habe ich eine Propolis-Tablette geschluckt. - Um 15h herum habe ich dann eine zusätzliche Zink-Tablette geschluckt. - Am Abend habe ich dann noch Vitamin C Tabletten genommen. Danach habe ich 15 Minuten eine Infrarot-Lampe benutzt, um auch hier wieder die Durchblutung zu fördern. - Das ist zwar vielleicht etwas paranoid, aber ich habe auch angefangen lockerere, atmungsaktivere Kleidung zu tragen…
Mir ist durchaus bewusst, dass ich ziemlich besessen war, diese Dinger zu besiegen und deswegen vielleicht sogar etwas übertrieben habe. Sicherlich war nicht alles nötig, aber Hauptsache es hat gewirkt! Und das tat es: Mit der Zeit kamen immer weniger zurück… Und dann irgendwann nichts mehr! Ich bin so glücklich ich könnte wirklich in Tränen ausbrechen:-)
Und noch etwas: Ich bin grundsätzlich ein eher skeptischer Mensch, wenn es um die psychische Ebene geht, aber ich habe viel gelesen, dass das auch zentral ist. Ich habe insofern einerseits wirklich versucht positiv/optimistisch zu sein (und das war für mich NICHT EINFACH – ich hatte regelmässig Momente, wo ich am Rande der Verzweiflung war). Was mir stark geholfen hat, ist, dass mein Dermatologe immer gesagt hat: «Irgendwann wird es besser, irgendwann schaltet der Körper ein. Es ist zeitlich einfach bei jedem Menschen unterschiedlich. Aber es wird kommen». Das war für mich sehr befreiend.
Zudem habe ich ernsthaft angefangen über diese Krankheit und all deren Folgen zu reflektieren. Versteht mich bitte nicht falsch, ich wünsche wirklich, das wäre mir NIE passiert und bin einfach nur im siebten Himmel, dass es jetzt vorbei ist. Und dennoch muss ich zugeben, dass ich indirekt durch diese Erfahrung auch einige positive Nebeneffekte hatte: ich lebe gesünder, ich lebe weniger schnell (ich arbeitete vorher freiwillig 12h-Tage), ich habe aufgehört ständig nach neuen Adrenalin-Kicks zu rennen und gelernt zu schätzen, was ich eigentlich im Leben habe. Ich weiss – das tönt etwas kitschig. Und wenn mir vor 2 Jahren jemand gesagt hätte, ich würde so etwas schreiben, hätte ich laut gelacht:-)
Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Erfolg und vielleicht nützt der eine oder andere Tipp hier. Selbstverständlich kann und soll man das als eine Art Werkzeugkisten anschauen und nicht als fixfertiges Rezept – nützt das, was ihr als sinnvoll erachtet!
Ich denke wenn man vereinzelt extrem Hartnäckige Warzen hat, dann sollte man durchaus dazu greifen, damit diese verschwunden ist.
Jedoch ist ja das umliegende Gewebe noch infiziert und kann jederzeit ausbrechen.
Ein längere Behandlung mit Salben bzw. Tinkturen sind wohl sinnvoller, da dort das Immunsystem angeregt wird, was beim lasern nicht der Fall ist. Da wird das Immunsystem ja noch eher entlastet bzw. wird nicht gebraucht, was ja nicht sinn der Sache ist.
Ich denke es wird immer auf eine sehr lange therapie hinauslaufen, 3-4 Monate mind.
Die Psyche leidet da sehr drunter. Manchmal schwächel ich auch schon, man will gerne wieder zweisamkeit erleben, eine Beziehung haben bzw. unbeschwert vögeln können. Manchmal denke ich mir es sind doch nur Warzen, die lösen kein Krebs aus, außerdem infiziere ich damit ja nicht gleich jemanden der ebenfalls warzen ausbildet und den Virus hat doch eh schon fast jeder. Ich bin selbst ja auch noch in den besten Jahren und will nicht enthaltsam sterben. Der Partnerin was davon erzählen empfinde ich als unglaublich Riskant, es könnte sich rum sprechen das man HPV hat und außerdem wer will schon in einer Beziehung mit so einem bleiben, wenn es doch 100.000 andere Typen gibt die Gesund sind. Heutzutage ist dieser zusammenhalt nicht mehr gegeben, da wechselt man Partner wie unterhosen.
Ich weiß ja nicht wie es bei dir ist, aber rein optisch stören die mich nicht. Bei mir sind die vereinzelt noch so klein das man die minimal sehen kann und auch nur wenn man es weiß.
Also beim ersten Fall war ich auch echt down. Immerhin war ich zu der Zeit schon 5 Jahre verheiratet. Langes überlegen warum jetzt aufeinmal usw. mittlerweile gehen wir beide locker mit der Sache um, verhüten trotzdem mit Kondom, weil ja wieder was nachgekommen ist. Auch wenn man zum Arzt geht, merkt man das die Hautärzte das ganze als relativ harmlos anssehen. Das macht das ganze für einen doch viel leichter. Behandel immer mit condylox, bis die Haut halt wirklich angegriffen ist. Beim abheilen sind die Warzen dann eigentlich immer schön verschwunden. Alles in allem nichts schlimmes nur ein lästiges und eventuell schmerzhaftes Thema, je nach Behandlungsart.