ich wollte den Thread hier mal als Vorstellung meiner Leidensgeschichte (und meiner Person) verwenden. Ich denke die Rubrik "Das bin ich" passt hier gut mit rein und ergibt ein umfassendes Bild.
Forumname: Matze303
Geschlecht: männlich
Alter: 30
Bundesland: Niedersachsen
Familienstand: Single, kurz vor einer neuen Beziehung
Seit wann von Feigwarzen betroffen: ca. 2011, aufgrund mangelnder Aufklärung meines Arztes habe ich das Thema nicht ernst genommen und natürlich vieles falsch gemacht und verschlimmert (dazu gleich mehr).
Einschätzung des eigenen Feigwarzenbefalls: mittel
Äußere Feigwarzen? Ja: Penisschaft (2 kleine Warzen), Hodensack (Anfang April 2015 operativ entfernt, bisher beschwerdefrei), im Analbereich (Anfang April 2015 operativ entfernt, allerdings mit einem Rezidiv)
Innere Feigwarzen? Ja: kurz nach dem Analeingang (Anfang April 2015 operativ entfernt, bisher Beschwerdefrei), eventuell Harnröhre (muss noch vom Urologen begutachtet werden, bisher meine größte Sorge)
Bereits durchgeführte Behandlungen (z. B. Aldara, Condylox, Veregen, Lasern...): Vereisung, Aldara, Veregen, operative Entfernung mit Elektroschlinge.
Momentan durchgeführte Behandlung(en): Aldara, operative Entfernung mit Elektroschlinge vor einem Monat
Seit wann wird die aktuelle Behandlung ausgeführt? ca. 6 Monate mit Aldara
In Behandlung bei einem (Hausarzt, Hautarzt, Urologen, Gynäkologen): Proktologe, Urologe
Wie unterstütze ich die Behandlung zusätzlich (z. B. Präparate um das Immunsystem zu stärken):Bisher habe ich meine Ernährung auf überwiegend Obst, Gemüse und Vollkornprodukte umgestellt. Ich nehme als Nahrungsergänzungsmittel Kieselerde (enthält Folsäure) und Vitamin D (kann ansonsten nur durch Sonne und sehr viel Fisch aufgenommen werden). Der nächste Schritt wird sein komplett auf Alkohol zu verzichten. Raucher bin ich nicht.
Wie ist mein momentanes Befinden? Bisher war es eigentlich ok. Da ich jetzt allerdings kurz vor einer neuen Beziehung stehe und zusätzlich noch einen Verdacht auf Warzen in der Harnröhre habe, kommt etwas Verzweiflung auf. Ich dachte eigentlich, dass ich nach der operativen Entfernung erstmal Ruhe habe.
Was belastet mich aufgrund der Feigwarzen momentan am meisten? Entdeckung einer möglichen Feigwarze in der Harnröhre und die bevorstehende Beziehung mit einer wundervollen Dame
Wie habe ich vom Forum erfahren? Google.
Mangelnde ärztliche Aufklärung: Meine Geschichte ging, so weit ich mich erinnern kann, Mitte 2011 los. Ich habe die Entdeckung der Feigwarzen relativ lange ignoriert und nicht ernst genommen. Nachdem diese nicht verschwanden und ich aufgrund von Schuppenflechte (Psoriasis) zur Behandlung zum Hautarzt musste, wurden diese dann diagnostiziert. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau wann das der Fall war. Ich vermute so Mitte 2012 (also 1 Jahr später).
Ich hatte keine Ahnung was HPV, Feigwarzen, condylomata acuminata etc. waren, bzw was es bedeutet. Der Arzt hat auch nur von Condylomen gesprochen und da ich keine Ahnung hatte, konnte ich es mir auch nicht merken und danach googeln. Ich dachte nur: "ok, dann wird das ja jetzt behandelt und dann ist gut". Naja es folgte eine Behandlung mit kalten Sticksstoff, damit die Warzen wegbrennen. Es war zwar schmerzhaft, aber aushaltbar.
Infos wie: HPV ist ansteckend, ist nicht endgültig heilbar etc. wurden mit nicht mit auf den Weg gegeben. Ich habe mein Leben weitergeführt als wenn nichts wäre. Zum Glück hatte ich in diesem recht langen Zeitraum keinen Sex. Auch aus Schamgefühl und mangels fester Freundin.
Da ich den ernst der Lage nicht erkannte, rasierte ich mich auch wunderbar weiter im Genitalbereich und verteilte alles schön. Eine andere Hautärztin begann dann die Behandlung mit Condylox und Aldara. Sie klärte mich dann auch erstmals über diesen Virus anständig auf.
Ich kann es nicht erklären, aber so richtig war es bei mir immer noch nicht angekommen. Ich habe es auf die leichte Schippe genommen. Wenn man die Geschichte so runter schreibt, kann man das gar nicht verstehen.
Aufgrund der oben beschriebenen Umstände (mangelnde Aufklärung, mangelnde Entschlossenheit meinerseits) plagen mich diese Warzen schon relativ lange.
Ende letzten Jahres musste ich dann zum Proktologen, da sich die Warzen auf den Analbereich ausgeweitet haben. Dieser Arzt ist sehr gut und unterstützt mich mit allem was geht. Erst seitdem habe ich den Kampf mit voller Kraft aufgenommen.
Wechselwirkungen mit anderen Hautkrankheiten: Wie oben erwähnt leide ich zusätzlich unter Schuppenflechte im Genital- und Analbereich. DIe Behandlung mit kortisonhaltigen Cremes hat die Vermehrung von Feigwarzen stark unterstützt, da Kortison das Immunsystem herunterfährt (wurde mir auch jetzt erst erklärt). Aldara, Condylox und jegliche andere beschädigung der Haut fördert die Schuppenflechte (am ganzen Körper). So ist es immer ein Spagat zwischen den beiden Krankheiten die diametral entgegengesetzt behandelt werden müssen.
Dem Partner erzählen? Anfang 2014 begann ich in eine neue Beziehung. Glücklicherweise war ich mir zu dem Zeitpunkt schon über die Gefahren im klaren. Also habe ich mit meiner damaligen Freundin über dieses Thema gesprochen. Immer in der Hoffnung, dass es bald erledigt sein würde. Sie kannte die Krankheit auch nicht, hat es aber recht locker aufgenommen und war sehr hilfsbereit. Naja die sexuellen Einschränkungen waren nichtsdestotrotz eine Belastung. Da wir sehr vorsichtig waren, habe ich sie auch in der gesamten Beziehung nicht angesteckt. Wir haben Kondome und manchmal Boxershorts in Verbindung mit Kondomen benutzt (sexy nicht wahr? ).
Aktuell ist es so, dass ich seit 6 Monaten von meiner oben genannten Freundin getrennt bin (andere Gründe als HPV). Nun steht eine neue Beziehung vor der Tür und mich zieht es dermaßen runter, dass ich dieses Gespräch wieder führen muss. Nicht einmal mit der Aussicht darauf, dass keine Feigwarzen mehr nachkommen.
Aktuelle Sorgen: - Wie gesagt, die neue bevorstehende Beziehung - ein eventueller Befund in der Harnröhre (das würde sich ja wieder dermaßen lange hinziehen)
Eine wichtige Information ist noch, dass die Schuppenflechte zeitweise durch immunsystemschwächende Kortisonsalben behandelt wurde. Er nach der Kortisonbehandlung sind die Feigwarzen aufgetreten! Das bestätigt die Vermutung vieler hier, dass ein geschwächtes Immunsystem die Bildung von Feigwarzen erst ermöglicht.
Danke für Deinen ausführlichen Bericht und herzlich hier im Forum!
ZitatWie oben erwähnt leide ich zusätzlich unter Schuppenflechte im Genital- und Analbereich. DIe Behandlung mit kortisonhaltigen Cremes hat die Vermehrung von Feigwarzen stark unterstützt, da Kortison das Immunsystem herunterfährt (wurde mir auch jetzt erst erklärt). Aldara, Condylox und jegliche andere beschädigung der Haut fördert die Schuppenflechte (am ganzen Körper). So ist es immer ein Spagat zwischen den beiden Krankheiten die diametral entgegengesetzt behandelt werden müssen.
Das klingt für mich ziemlich schwierig. Wie geht ihr denn jetzt weiter vor? Welche Behandlungsmöglichkeiten schlagen Dir die Ärzte vor? Hier im Forum gibt es ja auch eine Menge Möglichkeiten. Jedoch wird es mit den Schuppenflechte wohl schwierig zu behandeln.
Infos wie: HPV ist ansteckend, ist nicht endgültig heilbar etc. wurden mit nicht mit auf den Weg gegeben.
Hallo Matze303,
auch von mir ein herzliches hier!
Das "ist nicht endgültig heilbar" wäre aber eine Fehlinformation Deines Arztes gewesen. Auf eine Ansteckungsgefahr hätte er jedoch hinweisenn sollen bzw. müssen. Das hat im Übrigen beim mir auch nie ein Arzt getan. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich (vermutlich aus Nervosität) recht wenig gefragt zum Thema gefragt habe. Somit trifft mich die Schuld ebenfalls.
LG Schweini
http://www.warzenschwein.bplaced.net - "Menschen mit einer neuen Idee gelten solange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat." (Mark Twain)
@ Warzenschwei: Mit endgültig heilbar meine ich den Virus vollständig aus dem Körper entfernen. Ok im Endeffekt weiß es halt niemand so richtig. Auch diese Info hätte mir genügt Ich hatte den ernst der Lage nicht erkannt und dadurch viel verschleppt.
@ Warpunzel: Mir wurden die Feigwarzen in einer ambulanten OP mit der Elektroschlinge entfernt. So erhoffte sich der Arzt, dass man sich voll und ganz auf die Schuppenflechte konzentrieren könnte. Leider Hat sich durch die OP (Feuchtigkeit, Blutung etc.) eine weitere Feigwarze am Aftereingang gebildet. Diese kann nun unmöglich nach der OP behandelt werden. Ich habe auch noch Schmerzen in der Region. Also muss ich erst einmal mit Bepanthen und Psorcutan (eine Vitamin D Salbe) die Hautreizungen durch die Schuppenflechte reduzieren. Erst wenn das gelingt, kann die letzte Feigwarze dort behandelt werden. Ich hoffe, dass es zu keinen neuen Warzen kommt, da Psorcutan wohl auch eine immunsystemschwächende Wirkung hat. Allerdings längst nicht so stark wie Cortison, wonach die Warzen nur so sprießen.
Am Penisschaft behandele ich gerade mit Aldara. Hier wirkt die Creme nicht so stark wie im Afterbereich. Ich muss die Behandlung soweit ausreizen wie es geht und der Proktologe guckt es sich einmal die Woche an.
Es ist leider ein hin und her und diese Kombination macht es sehr schwer, da ich nicht bis aufs letzte die Feigwarzen bekämpfen kann.
Ich halte ihn für einen guten Arzt, der sich alle Mühe gibt mich von meinen Leiden zu befreien. Deutlich besser als die Vorherigen.
Was die Befürchtungen über eine Warze (oder Warzen) in der Harnröhre angeht, so habe ich nächste Woche Freitag einen Termin beim Urologen. Dazu weiß ich dann erst mehr.
Wenn ich also über einen längeren Zeitraum keine Feigwarzen mehr habe und es auch keine mehr nachkommen, dann müsste ich es auch einer eventuellen Sexpartnerin nicht mehr erzählen oder?
Das ist immer noch mein größter Wunsch (nach der Heilung der Feigwarzen versteht sich).
Naja heute Abend werde ich das Gespräch mit der eventuellen zukünftigen Freundin wohl suchen müssen. Spätestens beim Treffen darauf Das macht echt keinen Spaß!
Ich war heute beim Urologen. Viel passiert ist nicht. Es wurde eine Harnröhrenspiegelung in 2 Wochen ausgemacht. Es scheint eine Feigwarze zu sein, aber anscheinend nur eine im vorderen Bereich. Ich hoffe, dass es wirklich nur dort ist -.-
Zitat von Matze303Es wurde eine Harnröhrenspiegelung in 2 Wochen ausgemacht. Es scheint eine Feigwarze zu sein, aber anscheinend nur eine im vorderen Bereich.
Mein Proktologe ist sehr zufrieden mit meiner Entwicklung. Die äußeren FW sind so gut wie weg. Er meinte er sieht nichts mehr, aber ich fühle im Analbereich noch mindestens eine FW. Das Gute daran ist allerdings, dass ich seit der letzten Inspektion vor 4 Wochen nur 3 mal Aldara aufgetragen habe. Meine FW reagieren also extrem schnell auf Aldara. Auch im Hodenbereich sind die FW nach 2-3 Behandlungen verschwunden. Das geht ziemlich einfach.
Ich kann meistens jedoch nicht länger behandeln, da die Stellen und die Umgebung durch die Schuppenflechte immer sehr schnell gerötet sind. Die "Wiederaufforstung" ohne kortinsonhaltige Salben dauert immer mehrere Wochen. Sobald die Rötungen wieder einigermaßen zurückgegangen sind, werde ich noch ein paar Reste und Verdachtsstellen mit Aldara nachbehandeln...
Die deutlich gesündere Lebensweise durch viel Ballststoffe, kein Alkohol, viel Gemüse, Obst und einige Nahrungsergänzungsmittel scheint sich auszuzahlen. Es kann kein Zufall sein, dass es, seitdem ich radikal umgestellt habe, die Behandlung sooo viel besser läuft. Gerade durch meine Doppelbelastung mit der Psoriasis, die eigentlich komplett entgegengesetzt behandelt werden müsste, hilft diese Umstellung in 2facher Hinsicht.
na das klingt doch sehr sehr vielversprechend! Das ist sicherlich ein großer Hoffnungsschimmer wenn sich solche Teilerfolge ergeben ^^ Wann hast du denn den Termin zur Harnröhrenspiegelung? Oder ist die Warze mittlerweile auch weg? Kannst du mir mal bitte beschreiben wie die aussah oder aussieht?
diesen Thread hier schließe ich. Es macht wenig bis gar keinen Sinn, in zwei verschiedenen Threads über das gleiche Thema zu berichten. Außerdem geht es ja nun um innere Feigwarzen.